Kalkofen

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Dieser noch funktionsfähige Kalkofen gilt heute als „Technisches Industrie - Denkmal“. Er wurde ursprünglich im Jahre 1855 als zweiter Hochofen zur Eisenverhüttung für das große Werk in Halblech, vom Grafen Dürkheim-Montmartin aus Steingaden an dieser Stelle erbaut. Leider war es nur bis 1864 in Betrieb, galt jedoch bis zu dieser Zeit nach der MAX-HÜTTE in der Oberpfalz als der zweitgrößte Stahlproduzent in Bayern.

1897 erwarb der Steinmetzmeister Georg Stumpf den Ofen mit dem umliegenden Areal und baute diesen zum Kalkbrennen um. Ab 1927 brannte dann ca. 350 Mal sein gleichnamiger Sohn weiter nach Bedarf bis zum Jahre 1969. Die Verantwortlichen der damals noch neuen Gemeinde Halblech kauften das Grundstück mit Ofen 1978 und übergaben dies in die Obhut des Trachtenverein „D’ Älpler“.Eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes und des Ofens war notwendig, um diesen wieder in Funktion zu bringen.

Von enormer Bedeutung war jedoch auch das Wissen über das Kalkbrenner-Handwerks von Sebastian Stumpf, der seinem Vater früher unzählige Mal beim Brennen half. So konnte 1985 unter seiner Anleitung wieder ein Kalkbrand durchgeführt werden. Als besonders wichtig galt natürlich auch, diese seltene Handwerkskunst der jüngeren Generation weiter zu geben. Auch beim zweiten Brand im Jahre 2001 führte der „Wastl“ wieder Regie.

Das Sammeln der Kalksteine und das Herrichten von ca. 40 m3 Brennholz, das in ganzen 3 – 4 Tagen beim Brand kontinuierlich nachgelegt werden muß, fordert auch die Mitglieder der „Älpler“. Nach den jeweils gelungenen Bränden wurden die gebrannten Kalksteine mit Wasser abgelassen und der jetzt fertige „Sumpfkalk“ an die Interessenten aus der näheren und weiteren Umgebung verkauft.

   
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